Studieren mit Handicap

Mit einem Studium starten Sie in ein neues und unabh?ngiges Leben. Es bringt viele neue Menschen, Umgebungen und Erfahrungen mit sich. Mit gesundheitlichen Einschr?nkungen erfordert dieses neue Leben mehr Energie und mehr Beachtung.

Die Universit?t Ulm m?chte Sie in diesem Lebensabschnitt gleichberechtigt behandeln. Angesprochen sind sowohl Studierenden mit Mobilit?ts-, Seh- oder H?rbehinderung als auch Studierende mit chronischen physischen und psychischen Erkrankungen als auch mit Teilleistungsst?rungen. Die Beratung ist offen für Studierende und Studieninteressierte, die über ein Studium in Ulm nachdenken.

Auf den folgenden Seiten haben wir einige Informationen zum Studium mit Handicap an der Universit?t Ulm zusammengefasst.

Die Beratung ist der Zentralen Studienberatung untergeordnet. Folglich werden Termine auch über diese vergeben. Sie k?nnen hier telefonisch oder per Mail Termine für ein pers?nliches Beratungsgespr?ch ausmachen.

Gern k?nnen Sie uns auch eine Mail oder einen Brief mit Ihren Anliegen schreiben.

Die Beratung unterliegt selbstverst?ndlich der Schweigepflicht und ist unentgeltlich.

Für was steht Handicap?

Bei dem Wort Handicap wird oft automatisch an Behinderung gedacht. In diesem Zusammenhang steht es neben Behinderung auch für chronische Krankheit und Teilleistungsst?rungen.

Laut dem Sozialgesetzbuch IX, § 2 Abs. 1 sind Menschen behindert,

?wenn ihre k?rperliche Funktion, geistige F?higkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit l?nger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeintr?chtigt ist.“

Es sind jedoch nicht nur in Prozenten ausgedrückte Behinderungen, die einem im Studium beeintr?chtigen k?nnen. Auch Regenerationszeiten nach Unf?llen sowie chronische oder l?ngeren Krankheiten als auch Teilleistungsst?rungen behindern einen die eigene Leistung in dem Umfang bringen zu k?nnen wie es Personen ohne Beeintr?chtigung tun.

News

?Berufseinstieg mit Behinderungen und chronischen Krankheiten“
Seminar für Studierende, Hochschulabsolventen und - absolventinnen 

vom 20. bis 23. August 2019 in K?ln
Anmeldung bis 05. Juli 2019
Anmeldelink

beeintr?chtigt studieren  - best2

Im Forschungsbericht "beeintr?chtigt studieren  - best2" werden Daten einer Befragung ausgewertet, die im Wintersemester 2016/17 unter Studierenden mit Behinderungen und chronischen Krankheiten bundesweit durchgeführt wurde. best2 ist ein gemeinsames Projekt vom Deutschen Studentenwerk (DSW) und dem Deutschem Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Studie richtet sich haupts?chlich an Akteure aus Hochschulen, Studenten- und Studienrendenwerken, Bund und L?ndern sowie der Behindertenselbsthilfe.

Beauftragter für Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen

Behrouz Behbehani M.A.
Zentrale Studienberatung Universit?t Ulm
Dezernat -Studium und Lehre-
Albert-Einstein-Allee 5
0731/50-22054
behrouz.behbehani@www.wjchangyuan.com

Beeintr?chtigungen von Studierenden in Ulm und Deutschland

Im Jahr 2016 führte das Deutsche Studentenwerk (DSW) die 21. Sozialerhebung durch. Im Sommersemester 2016 haben elf Prozent der Studierenden eine oder mehrere gesundheitliche Beeintr?chtigung(en), die sich nach Aussagen der Betroffenen erschwerend auf das Studium auswirkt bzw. auswirken. Der Anteil beeintr?chtigter Studierender ist damit gegenüber 2012 um vier Prozentpunkte gestiegen. Frauen haben anteilig etwas h?ufiger als M?nner eine studienerschwerende Beeintr?chtigung (12 % vs. 10 %).

Die Auspr?gungen der Studienerschwernisse sind dabei ebenso vielf?ltig wie die Beeintr?chtigungen selber. Nicht immer sind die offensichtlichen Beeintr?chtigungen die st?rksten Behinderungen im Studienalltag. Bei mehr als der H?lfte aller Betroffenen ist die Beeintr?chtigung nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

Studienverlauf
Studienerschwerende Beeintr?chtigungen wirken sich in hohem Ma?e auf den Studienverlauf aus. Mehr als ein Drittel der beeintr?chtigten Studierenden hat bereits mehr als zehn Hochschulsemester absolviert, w?hrend lediglich etwas mehr als ein Fünftel unter denjenigen ohne studienerschwerende Beeintr?chtigung diese Studiendauer aufweist (36 % vs. 22 %). Gegenüber 2012 hat sich der Anteil Studierender mit mehr als zehn Hochschulsemestern unter den gesundheitlich Beeintr?chtigten st?rker erh?ht als unter denen ohne studienrelevante Beeintr?chtigung (+8 Prozentpunkte vs. +4 Prozentpunkte).
Beeintr?chtigte Studierende wechseln h?ufiger als nicht beeintr?chtigte ihren Studiengang (31 % vs. 21 %) und/oder ihre Hochschule (22 % vs. 16 %). Besonders deutlich wird der Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Beeintr?chtigungen und Diskontinuit?ten im Studienverlauf mit Blick auf Studienunterbrechungen.

Auf dem Campus

Anfahrt und Parken
Mit einer starken k?rperlichen Einschr?nkung sollten Sie sich frühzeitig um einen Fahrdienst oder auch um eine Assistenz bemühen.

In verschiedenen Bereichen des Campus‘ gibt es Behindertenparkpl?tze. Der Campus ist gut an den ?PNV angebunden.

Euroschlüssel
Auf dem Campus gibt es mehrere rollstuhlgerechte Toiletten, deren Türen nur mit einem Euro-Schlüssel zu ?ffnen sind. Dies ist ein europaweit gültiges Schlie?system für behindertengerechte Sanit?ranlagen herausgegeben vom Club Behinderter und ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung e. V.

Wohnen
Bewerben Sie sich frühzeitig beim Studentenwerk Ulm für einen Wohnheimplatz. Das ist unabh?ngig von einer Zulassung m?glich. Behindertengerechte Wohnheimzimmer gibt es in der Gutenbergstra?e, der Heidenheimer Stra?e und in der Manfred-B?rner-Stra?e.

Universit?t und Campus kennenlernen

Nutzen Sie vor dem Studium die M?glichkeit die Universit?t, den Campus und die Stadt kennenzulernen. Besuchen Sie den Hochschulinformationstag im November, die Schnuppervorlesungen in den Herbstferien oder auch unsere Fachspezifischen Informationsveranstaltungen im Frühsommer. Natürlich k?nnen Sie auch an allen anderen Tagen die Universit?t Ulm besichtigen.

Besonders mit k?rperlichen Einschr?nkungen ist es wichtig seine Umgebung gut zu kennen. Umso mehr ist es für sie wie für alle Interessierten sinnvoll, sich vor Studienbeginn von der Universit?t ein Bild zu machen. Doch auch für uns Mitarbeiter ist es hilfreich Sie vorher kennenzulernen.

Nach vorheriger Terminvereinbarung treffen wir uns auch gern zu einem vertraulichen Beratungsgespr?ch in den R?umen der Studienberatung. Diese Treffen k?nnen auch mit den jeweiligen Studienfachberatern stattfinden. So k?nnen Besonderheiten des Studiums vorab besprochen werden und zeitnah umgesetzt werden.

Computerarbeitspl?tze für Studierende mit Behinderung

Computerarbeitspl?tze in der Universit?tsbibliothek

 In der Universit?tsbibliothek steht ein barrierefreier Computerarbeitsplatz in einer Arbeitskabine für Studierende mit Behinderung zur Verfügung. Der Raum ist gro? und verfügt über eine breite Tür, so dass er mit Rollstuhl und/oder Begleitperson genutzt werden kann. Der Arbeitsplatz selbst ist ausgestattet mit einem elektrisch h?henverstellbaren Schreibtisch.

Bitte melden Sie Ihren Bedarf an der Ausleihtheke an. Die Belegung der Arbeitskabine erfolgt immer Mo. - Fr. morgens ab 8 Uhr; Sa. ab 10 Uhr. Dort erhalten Sie auch Unterstützung bei technischen Fragen oder zur Mediennutzung.

Darüber hinaus stehen Spezialsoft- und Hardware zur Ausleihe beim Service-Point der Bibliothek zur Verfügung:

  • Bildschirmleseger?t
  • Gro?schrifttastatur
  • Sprachausgabe und Vergr??erungssoftware für verschiedene Sehbeeintr?chtigungen
  • Lese-Rechtschreib-Schw?che-Kompensierungssoftware

Bewerbung und Zulassung zum Studium

Für Bewerbende mit Beeintr?chtigung kann eine H?rtefallantrag ein Weg zu einem Studienplatz sein. Eine Schwerbehinderung (nach dem Schwerbehindertengesetz) allein rechtfertigt in der Regel keine sofortige Zulassung im Rahmen der H?rtefallregelung. Vielmehr müssen in Ihrer Person so schwerwiegende gesundheitliche, soziale oder famili?re Gründe vorliegen, dass es Ihnen auch bei Anlegung besonders strenger Ma?st?be nicht zugemutet werden kann, auch nur ein Semester auf die Zulassung zu warten. Es muss also eine besondere Ausnahmesituation vorliegen.

Notwendig ist daher der Nachweis einer besonders schwerwiegenden pers?nlichen Ausnahmesituation. Eine solche Situation w?re beispielsweise eine Erkrankung mit der Tendenz zur Verschlimmerung, die es bei einem verz?gerten Studienbeginn nicht mehr erm?glichen würde, das Studium zu Ende zu führen.
Auch bei einer Bewerbung für ein Masterstudium kann ein H?rtefallantrag gestellt werden.

Ein m?glicher weiterer Sonderantrag mit dem Sie Ihre Chancen verbessern k?nnen, ist ein Antrag auf Verbesserung der Wartezeit.
Wartezeit ist die Zeit, die vom Erwerb des Abiturs bis zu dem Beginn des Studiums vergeht, für das Sie sich bewerben. Es gelten ganze Semester. Ein Jahr nach dem Abitur sind dies zwei Wartesemester. In dieser Zeit dürfen Sie vieles machen, nur nicht an einer deutschen Hochschule studieren.
Gab es Gründe, die Sie davon abgehalten haben, Ihr Abitur früher abzulegen; mu?ten Sie beispielsweise ein Schuljahr aus gesundheitlichen Gründen wiederholen, k?nnen Sie über diese Zeit eine Verl?ngerung Ihrer Wartezeit beantragen.

Vorlesungen und Prüfungen

Fristverl?ngerung
Bei Erkrankungen w?hrend des Semesters oder zur Prüfungszeit k?nnen im Studium Fristverl?ngerungen für die Orientierungsprüfung, einzelne Klausuren oder auch zum Erreichen von fehlenden Leistungspunkten beantragt werden.

Urlaubssemester
Wenn Sie wegen einer l?ngeren Krankheit keine Lehrveranstaltungen besuchen k?nnen und dies die Erbringung der erwarteten Studien- und Prüfungsleistungen verhindert, ist eine weitere Option ein Urlaubssemester zu beantragen.

Dabei müssen Sie aber beachten, dass in einem Urlaubssemester keine Studienleistungen erbracht werden und Sie dann keinen Anspruch auf BAf?G haben.

Nachteilsausgleich
Um Benachteiligungen im Studium zu verhindern, die sich aus einer Beeintr?chtigung ergeben, gibt es Nachteilsausgleiche. Dies ist keine Bevorteilung!

Je nach Beeintr?chtigung (Gutachten vom Arzt) k?nnen individuelle L?sungen gefunden werden, so u.a. Zeitverl?ngerung in Prüfungen, Umwandlung von schriftlichen in mündliche Prüfungen oder umgekehrt.

Finanzierung

BAf?G: Für einige Vorgaben des BAf?G k?nnen Sie einen Nachteilsausgleich beantragen. M?glich ist das z.B. hinsichtlich der Altersgrenze, der Freibetr?ge bei Einkommen und Verm?gen oder der F?rderungsh?chstdauer. Auch bei einem Studiengangwechsel kann ein Nachteilsausgleich beantragt werden, wenn eine Beeintr?chtigung diesen notwendig macht. Bitte sprechen Sie so früh wie m?glich mit dem Studierndenwerk. Für weitere Informationen klicken Sie hier.